Zusammenfassung der Podiumsdiskussion am 08.04.2018

Einleitung: Präsidentin Beisiegel

1. Rede: Tanja Gabriele Baudson (Mitorganisatorin des MfS Germany)

  • Wir müssen an mehr und leichter verständliche Kommunikation mit der Öffentlichkeit arbeiten
  • Wege finden, negative usw. Ergebnisse, die nicht veröffentlicht werden können zu publizieren um Publikations-bias zu mindern
  • Preis für Hervorragende Leistungen in der Lehre für  Arbeit inkl. MfS

2. Rede: Stefan Herminghaus (Direktor des MPI für Dynamik und Selbstorganisation)

  • Ist Grundlagenforschung teuer / nutzlos / Elite?
  • Nur ein paar Euro pro Person gehen in Deutschland tatsächlich an die MPIs für ihre Forschung. Dies scheint für das hohe Forschungsniveau recht niedrig zu sein
  • Die Frage des gesellschaftlichen Relevanz sollte stärker in den Mittelpunkt gerückt werden, auch wenn jedes einzelne Projekt nicht unmittelbar anwendbar sein muss
  • Wir müssen das Vertrauen der Politiker und der Öffentlichkeit wiedergewinnen
  • Die Fehler, die in der Wissenschaft auftreten, müssen korrigiert werden
  • Wir müssen die Kommunikation verbessern
  • Wir müssen einen besseren Weg finden, die Folgen schlechter Kommunikation oder fehlender Informationen zu erklären

Diskussion:

Aneke Dornbusch (PhD Theologie)

  • Benutzte das Beispiel der Theologie, um zu erklären, wie es für Menschen schwierig sein kann zu verstehen, worum es in der Forschung geht
  • Kommt definitiv aus der mangelnden Kommunikation
  • Beispiele wie „frag mich was“ können helfen
  • Eine Möglichkeit, Menschen zu erreichen und Einfluss zu nehmen, besteht darin, zu zeigen, wie im Alltag bessere Entscheidungen getroffen werden können, um die Lebensbedingungen und die Nachhaltigkeit zu verbessern
  • Begann einen Blog, um ihre Forschung zu einem breiteren Publikum zu erklären; versucht Dinge auf eine Weise zu beschreiben, die für jedermann verständlich sein kann

Stephan Herminghaus (MPI)

  • Es wäre sehr leicht für den Populismus, alles zu ändern, weil eine einzige Wahl es tun kann
  • Wir müssen uns darauf konzentrieren, Probleme der Gesellschaft und der Umwelt zu lösen (und nicht nur von diesem Planeten weg kommen)
  • Praktischen Nutzen für die Forschung finden
  • Einfach genug zu erklären, ohne die Erklärung falsch zu machen, kann schwierig sein; muss oft weniger präzise sein, um die Dinge für die Allgemeinheit verständlich zu machen

Ulrike Beisiegel (Präsidentin)

  • Initiative in der DFG, um junge Wissenschaftler dazu zu bringen, mehr in einer öffentlich-verständlichen Sprache zu schreiben, Komplexität zu vermeiden und sich auf eine breitere Kommunikation konzentrieren

Tanja Gabriele Baudson (MfS-Org)

  • Populismus genauso wie in Deutschland mit AfD etc
  • Auch wenn die Wissenschaft selbst weniger direkt angegriffen wird
  • Sollten nicht nur auf kognitive Fähigkeiten / Intelligenz konzentrieren, sondern müssen auch moralische und emotionale Qualitäten für Positionen und Führung berücksichtigen
  • Die alte Psychologie ist nicht mehr so ​​wichtig in der psychologischen Forschung; wird  hauptsächlich von der medizinischen Einrichtung gehalten
  • Sensationelle Schlagzeilen werden nicht nur in den Medien, sondern auch in Wissenschaft und Publikationen bevorzugt
  • Notwendigkeit, die Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu einem wichtigeren Element zu machen, auch als Voraussetzung für Stellen

Maria Ximena Ordonez (Literaturrecherche USA)

  • Deutschland hat einen Vorteil aufgrund der besseren politischen Situation
  • Interesse zwischen wissenschaftlichen Bereichen (interdisziplinäre Forschung) kann zu besseren Lösungen führen
  • Die Auswahl des Publikums ist sehr einflussreich, und da die meisten Forschungspublikationen an Forscher gerichtet ist und nicht auf die Öffentlichkeit oder Studenten, fehlt es an Zugänglichkeit

Publikum

  • Vielleicht sollte klargestellt werden, dass die Wissenschaft von jedem, nicht nur von Wissenschaftlern, durchgeführt werden kann, um die Öffentlichkeit zu erreichen
  • Die Konzentration auf alternative Fakten, Trumpf, AfD, vermisst viele andere Fragen
  • Man sollte sich nicht nur auf Unterschiede zwischen Fakten und Alternativfakten konzentrieren oder die Informationsmenge erhöhen, da schon viel zur Verfügung steht. Sollten die Methoden erklären, wie wir dorthin gelangen, den wissenschaftlichen Prozess, und wie man Ideen von Hypothesen , und Annahmen von getestetem Wissen, unterscheidet
  • Wie wäre, wenn jeder einen Teil seiner Arbeitswoche mit Denken und Analysieren, Lesen und Forschen verbringen könnte?

Warum wir immer noch für die wissenschaft auf die strasse gehen

Die Wissenschaft spielt eine zentrale Rolle in unserem Leben und unserer Gesellschaft. Mit Hilfe der Wissenschaft verstehen wir die Schönheit von Mutter Natur und gleichzeitig ist die Wissenschaft für die Entwicklung der Menschheit und den technologischen Fortschritt unerlässlich. Die wissenschaftlichen Entdeckungen und das daraus entstehende Wissen gehören uns allen, und man muss kein Wissenschaftler sein, um von der wissenschaftlichen Forschung zu profitieren oder diese zu schätzen. Der March for Science gibt mir die Möglichkeit, meiner Leidenschaft für die Wissenschaft Ausdruck zu verleihen. In der Geschichte der Menschheit hat die Wissenschaft schon immer eine sehr entscheidende Rolle gespielt und dazu beigetragen, die Lebensqualität vieler Menschen zu verbessern. Mit dem March for Science wollen wir zeigen, welche Wichtigkeit wir der Rolle der Wissenschaft in der heutigen Gesellschaft beimessen. Hier haben wir die Gelegenheit, Menschen aus allen Berufsgruppen und Gesellschaftsschichten zu erreichen und sie über unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse zu informieren, um ihnen zu sagen, warum wir diese für wichtig halten und wie sie der Gesellschaft als Ganzes nützen können. Mit dem March for Science möchten wir auch aufzeigen, wie wichtig die Bereiche Forschung und Entwicklung für Politiker und politische Entscheidungsträger sind. Es muss klargestellt werden, dass wissenschaftliche Ergebnisse und Untersuchungen bei politischen Entscheidungen der Regierung berücksichtigt werden müssen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Mit dem March for Science haben wir die Gelegenheit, zum Ausdruck zu bringen, dass die finanzielle Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung entscheidend für den langfristigen Fortschritt der Gesellschaft ist. Ich hoffe, Sie werden am 14. April dieses Jahres am March for Science teilnehmen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Menschheit weiterhin von der Wissenschaft profitiert.

 

– Prof. Dr. Stan Lai, Professor für experimentelle Teilchenphysik, Direktor II. Physikalisches Institut und March for Science Unterstützer

Pressemitteilung 2: April 2018

13. 04. 2018 | Göttingen – Der „March for Science“ steht für die Freiheit und das Vertrauen in die Wissenschaft und findet weltweit am Samstag, 14. April 2018, statt. Bereits im letzten Jahr erregte der „March for Science“ großes Aufsehen und war auch in Göttingen ein großer Erfolg.

Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr für Göttingen noch einen weiteren Redner gewinnen konnten:

Prof. Dr. Horst Hippler, Präsident der deutschen Hochschulrektorenkonferenz.

Um 10 Uhr geht es los mit einem „Warm-up“ am Gänseliesel in der Göttinger Innenstadt. Hier können sich Interessierte über Forschung in Göttingen informieren und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen.

Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler um 11 Uhr geht der Zug durch die Fußgängerzone bis zum Zentralcampus der Universität am Platz der Göttinger Sieben. Dort wirt eine Abschlusskundgebung stattfindet mit Grußwort von Prof. Dr. Ulf Diederichsen (Vizepräsident für Forschung der Universität Göttingen) und Beiträgen von Prof. Dr. Stefan Treue (Direktor Deutsches Primatenzentrum), Dr. Marie Luisa Allemeyer (Direktorin, Forum Wissen der Universität Göttingen), und Organisatoren/innen von March for Science Göttingen.

Der „March for Science Göttingen“ ist eine Basisbewegung. Die Veranstaltung wurde von einem unabhängigen, überparteilichen Team organisiert, bestehend aus Wissenschaftlern/-lerinnen und Nicht-Wissenschaftlern/-lerinnen.

 

Deswegen gehen wir morgen auf die Straße!

Im April 2017 sind wir weltweit für die Wissenschaft, für fakten-basierte und wissenschaftlich reproduzierbare Aussagen und Studien im „March for Science“ auf die Straßen gegangen. Einige unsere wichtigsten Botschaften waren dabei:

  • Ohne Grenzen: die Physik, wie alle Wissenschaften – kennt weder politische, kulturelle noch religiöse Grenzen.
  • Reisefreiheit ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unabdingbar für den wissenschaftliche Austausch und Diskurs, für die Entwicklung wissenschaftlicher Laufbahnen und Netzwerke.
  • Meinungsfreiheit ist notwendig, um auch unerwartete Ergebnisse vorstellen zu können
  • Akzeptanz von Fakten, Fakten können und dürfen nicht durch Meinungen oder Ideen wegdiskutiert werden.
  • Fortschritt bedeutet, neue Erkenntnisse zu berücksichtigen und Konzepte weiterzuentwickeln.
  • Ausbildung, aktuelles Wissen muss unvoreingenommen an junge Talente weitergegeben werden.
  • Toleranz und weltbürgerliche Einstellung, Zusammenhänge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten führt zu neuen Erkenntnissen. Verschiedene Blickwinkel müssen gehört und akzeptiert werden.

Diese Aspekte waren und sind uns sehr wichtig. Sie sind alle im letzten Jahr diskutiert und gehört worden, haben starke, positive Resonanz ausgelöst. Nichtsdestotrotz haben diese Aspekte nichts an Aktualität und Brisanz verloren, sind immer noch nicht in allen Ländern Standard und akzeptiert, brauchen immer noch unsere Unterstützung, bedürfen der Aufklärung und breiten Kommunikation, auch in Deutschland. Aus diesem Grund gehen wir mit dem „March for Science“ auch im Jahr 2018 wieder auf die Straße.

  • Herr Prof. Dr. Arnulf Quadt, Professor für experimentelle Teilchenphysik, II. Physikalisches Institut, Universität Göttingen und March for Science Unterstützer

Pressemitteilung: April 2018

  Pressemitteilung: „Science March Göttingen“ am Sonnabend, 14. 04 (aktualisiert)

 

11. 04. 2018 | Göttingen – Fakten, für alle frei zugänglich, bilden die Basis für konstruktive Diskussionen und eine gesunde Demokratie. Am Sonnabend, 14. April, setzen Menschen in Göttingen mit einer Demo ein Zeichen für die Freiheit der Wissenschaft. In über 200 Städten weltweit wird die Wissenschaft gefeiert und gegen Fakten-Leugnung vonseiten des Staates oder der Politik, Sprachverbote für Forscher, Entlassungen von kritischen Akademikern/-kerinnen, Budgetkürzungen, Reisebeschränkungen und andere Missstände die Wissenschaft betreffend demonstriert. Damit zeigen wir Solidarität mit Wissenschaftlern/-lerinnen, die aktuell akuten Bedrohungen ausgesetzt sind und unterstützen die Wissenschaft als öffentliches Gut. Ein Jahr nach dem ersten „March for Science“ (MFS) ist es notwendiger denn je, diese Zeichen zu setzen.

2017 gingen weltweit 1 Million Demonstranten für den MFS auf die Straße und mehr als 37.000 in über 20 Städten allein in Deutschland. 2018 finden wieder in mehr als 20 deutschen Städten MFS Veranstaltungen statt. In Göttingen, der „Stadt des Wissens“, ist es unumgänglich, die Stimme wieder zu erheben, um sich kritisch zu äußern, wenn  Wissenschaft und Wissenschaftler bedroht sind, aber auch sich positiv zu äußern für die konstruktive Rolle das Wissenschaft als Teil des öffentlichen Lebens. Referenten/innen werden bei der Kundgebung eine Bestandsaufnahme der Wissenschaft von heute in Göttingen und der Welt machen und in ihre Zukunft blicken.

Es sprechen unter anderem:

  • Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler
  • Vizepräsident für Forschung der Universität Göttingen, Prof. Dr. Ulf Diederichsen
  • Direktor des Deutschen Primatenzentrums, Prof. Dr. Stefan Treue
  • Direktorin, Forum Wissen der Universität Göttingen, Dr. Marie Luisa Allemeyer
  • Präsident der  Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr.  Horst Hippler

Ab 10 Uhr wird es am Gänseliesel ein „Warm-up“ mit familienfreundlichen Angeboten rund um die Wissenschaft geben. Um 11 Uhr eröffnet Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler dort offiziell den Marsch, der am Platz der Göttinger Sieben auf dem Zentralcampus der Universität endet. Dort wird die Kundgebung gegen 12.00 Uhr den „March for Science“ abrunden.

Der „March for Science Göttingen“ ist eine Basisbewegung. Die Veranstaltung wurde von einem unabhängigen, überparteilichen Team organisiert, bestehend aus Wissenschaftlern/-lerinnen und Nicht-Wissenschaftlern/-lerinnen.

Pressemitteilung MFS GÖ 2018 (aktualisiert)

March for Science 2018!

14. April 2018
10:00 Warm-up am Gänseliesel
Begin der Demo: 11:00

Am 14. April 2018 werden die BürgerInnen Göttingens und des Umlandes auf die Straße gehen, um für eine freie und offene Wissenschaft und Forschung zu demonstrieren. Wir schließen uns 175 anderen Städten weltweit an (15 davon in Deutschland) um unsere Unterstützung zu zeigen für die Wissenschaft als demokratisches Gut.

  • 10:00: Warm up am Gänseliesel: Interaktives wissenschaftliches Angebot und Handwerk, wissenschaftliche Ausstellungen, Möglichkeiten zum Tafelmalen, und ‘Ask-me-anything’ Wissenschaftler.
  • 11:00: Rede des Bürgermeisters Rolf-Georg Köhler an die Teilnehmer und Einweihung der Demo, Richtung Platz Göttinger Sieben. Danach Reden von Ulf Diederichsen, Vizepräsident der  Universität Göttingen, Prof. Dr. Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorskonferenz, Prof. Stefan Treue, Direktor des Deutschen Primaten Zentrums, und Dr. Maria Luisa Allemeyer, Direktorin des zukünftigen Museums des Göttinger Forum Wissen.

Wir freuen uns darauf, euch am 14. April zahlreich zu sehen!

Science Slam Göttingen zum March of Science

Ein spezieller Science Slam zum March of Science in Göttingen im Woehler Hörsaal!

Nico Graw unterstützt uns mit Liveexperimenten! Das gibt es nur am Nordcampus und das alleine ist die Reise aus der fernen Innenstadt (ca. 7 min mit dem Fahrrad) schon Wert 🙂

Im Lineup mit dabei:

Benedict Diederich (Jena)
Josefin Kaufhold (Erfurt)
Manuel Maidorn (Göttingen)
Linn Voss (Berlin)
Katja Rudolph (Göttingen)

Und du? Wenn ja, dann melde dich an unter: scienceslamgoettingen@gmail.com oder hier auf facebook.

P.S. Der Slam findet hier statt:

https://ecampus.uni-goettingen.de/sb/rds;jsessionid=22BCF484A8D23D9D39CC222872B98977.s45?state=verpublish&status=init&vmfile=no&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfoRaum&publishSubDir=raum&keep=y&purge=y&raum.rgid=155