Pressemitteilung


(English version
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Der „March for Science“, der am Samstag 22. April 2017, in Göttingen – der Stadt, die Wissen schafft – stattfand, war ein voller Erfolg. Die Veranstalter gehen von 2500 Teilnehmern aus, was ca 2% der Einwohnerzahl Göttingens entspricht. Darunter waren sowohl Wissenschaftler als auch Nicht-Wissenschaftler, Göttinger Einwohner, aber auch Gäste von außerhalb Göttingens.
Trotz des gelegentlichen Regens fanden sich schon viele Teilnehmer vor dem offiziellen Beginn des „March for Science“ zum Warm-Up am Gänseliesel ein. Wer noch kein Poster hatte, konnte dort fündig werden, T-Shirts bedrucken oder wissenschaftliche Experimente selbst ausprobieren. Zahlreiche Wissenschaftler luden mit ihren Postern zu einem „Ask me anything“ ein – eine Aufforderung, Fragen zu ihrer Forschung zu stellen. Teilnehmer kamen beim Warm-Up zu Wort und erklärten, warum sie heute an dieser Veranstaltung für die Wissenschaft teilnahmen.
Nach dem Warm-Up ging es über die Weender Strasse zum Platz der Göttinger Sieben. Mit Trommeln und Sprechchöre machten sich die Demonstrierenden auf dem Weg durch die Göttinger Innenstadt nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar.
Der Demonstrationszug endete mit einer Kundgebung auf dem Gelände der Universität Göttingen. Organisatoren_innen vom Science March Göttingen teilten mit, warum sie dabei sind, und stellten eine Reihe von Gastrednern_innen vor. Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen, machte den Auftakt und appellierte an die Bedeutung empirischer Forschung und die Wichtigkeit der Freiheit der Forschung, auch im Sinne der internationalen Zusammenarbeit. Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Ministerin für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen, unterstrich in ihrer Rede den Stellenwert von evidenzbasierter Diskussion in der Öffentlichkeit und warb für Unterstützung für Wissenschaftler und Journalisten weltweit, die durch ihre Arbeit in Bedrängnis gekommen sind. Dr. Pinar Senoguz, eine türkische Wissenschaftlerin, die sich momentan im Exil in Deutschland befindet, berichtete aus ihrer Heimat und den problematischen Gegebenheiten in denen sie und andere Wissenschaftler sich momentan befinden. Dazu verlas sie Grußworte von Kollegen aus der Türkei. Pfarrer Ludger Gaillard erinnerte in seiner Rede an die wissenschaftliche Protest-Geschichte Göttingens, die mit den Göttinger Sieben und den Göttinger Achtzehn einflussreiche Wissenschafts-Bewegungen hervorgebracht hat, und forderte Wissenschaftler auf, sich auch in Zukunft einzusetzen. Prof. Dr. Arnulf Quadt unterstrich im letzten Beitrag die Internationalität der wissenschaftlichen Gemeinschaft und die Wichtigkeit der empirischen Forschung. Die Veranstaltung wurde beendet mit einem Aufruf an die Teilnehmer des „March for Science“ sich weiter zu engagieren für Wissenschaft, deren Bedeutung und Werte in der öffentlichen Diskussion.

Der „March for Science“ in Göttingen ist eine Graswurzel Initiative, die keiner staatlichen oder privaten Institution angeschlossen ist. Die Veranstaltung wurde von einem unabhängigen, überparteilichen Team organisiert, bestehend aus Wissenschaftlern_innen und nicht-Wissenschaftlern_innen.

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