„Humans of Science“ Göttingen

Wir wollen ein neues Projekt mit euch teilen: Humans of Science Göttingen. Inspiriert von Brandon Stantons Blog „Humans of New York“ wollen wir mit diesem Projekt die Lücke zwischen „Wissenschaftler/innen“ und der „Allgemeinheit“ verkleinern – in dem wir die menschlichen Seiten von Leuten in der Wissenschaft zeigen. Sie haben mit uns ihre Hobbies, persönlichen Gedanken, und Zukunftssorgen geteilt. Wir hoffen, dass Ihnen diese Geschichten gefallen – denn uns hat es Spaß gemacht, sie zu erfassen.

Sollten Sie oder Jemand, den Sie kennen, auch interessiert daran sein, vorgestellt zu werden, melden Sie sich bitte bei uns!

 


Foto: Julia Uraji

„Mein Pferd ist mein Hobby, mein Sport, mein Ausgleich- und ein Lebewesen um das ich mich täglich kümmern muss. Für mich ist er ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, auch wenn es ein sehr zeitintensives und teures Hobby ist, für das man sich oft rechtfertigen muss. Es neben des tägliche Laborwahnsinns zu betreiben ist nicht immer einfach, aber lohnenswert. Leider hat nicht jeder Verständniss für die Zeit und Energie, die Verpflichtungen, wie ein Pferd, erfordern.“

-Katharina Schücker, Postdoc Abteilung Meiose, Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie

 


Foto: Julia Uraji

„Was ist besser als neue Kleider zu kaufen? Sie selber zu machen! Ich genieße es, neue Kleider zu schneidern – es ist kreative Arbeit, und ich kann sehr schnell die Resultate sehen.“

– Hana Janova, Postdoc in Neuroimmunologie am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (in ihrem eigenen Kleid!)

 


Foto: Patrick Cramer

„Ich konnte meine Hobbies zum Beruf machen: Forschen und Reisen. Was für ein Privileg! Und es bleibt etwas Zeit, mit der Familie über einen schwedischen See zu rudern oder mich am Schlagzeug zu probieren. Zur Zeit zweifle ich, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Unsere Enkel werden fragen, was wir gegen den Klimawandel gemacht haben.“

– Patrick Cramer, Direktor der Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie

 


Foto: Julia Uraji

 

„Ich nehme meinen Kaffee sehr ernst.“

 

– Simone Brioschi, Doktorand in Neurowissenschaft

 


Foto: Julia Uraji

 

„Ich entdecke gerne die Städte der Welt mit meiner Kamera.“

 

-Fabian Sohns, Doktorand an der Universität Göttingen

 


“Man merkt nicht, wie wenig man fremde Kulturen versteht, bis man in einem Land lebt, in dem man die Sprache nicht spricht. Mir fällt das Lernen neuer Sprachen schwer, also integriere ich mich nicht so gut wie ich könnte. Doch mit jedem Land, in dem ich lebe, finde ich neue Interessen.

In Deutschland habe ich das Klettern lieben gelernt, in der Schweiz und Frankreich war ich das erste mal auf Ski-Tours. Durch solche Aktivitäten treffe ich immer interessante Leute, die mich motivieren, etwas neues zu probieren. Ich bin gerne draußen und in den Bergen aktiv – Stress, dem man sich gar nicht bewusst war, wird gelöst. Und man kann Politik diskutieren, ohne die Person gleich auf Facebook löschen zu wollen.”

-Joshua Wyatt Smith ist Doktorand in Teilchenphysik an der Universität Göttingen

 


Foto: Julia Uraji

„Als Kind habe ich mir selbst beigebracht, Gitarre zu spielen, war aber nie wirklich gut darin. Meine hauptsächliche Motivation war es, meinem kleinen Bruder schöne Lieder zum Einschlafen vorzusingen. Auch wenn er mittlerweile schon längst erwachsen ist, spiele ich immer noch gerne Gitarre, wenn ich mal etwas Zeit habe.“

– Dr. Louisa Kulke ist Akademische Rätin in der Abteilung Affektive Neurowissenschaft und Psychophysiologie

 


Foto: Julia Uraji

 

„Das ist der gute Kuchen. “

 

– Ben Brüers, Masterstudent, Universität Göttingen

 


Foto: Julia Uraji

„Wenn ich nicht Biomedizintechnik studiert hätte, hätte ich wahrscheinlich Geschichte oder Politikwissenschaft studiert. Ich lese gern Bücher über Philosophie, Geschichte, Politik und Psychologie. Mein Lieblingsplatz zum Lesen in Göttingen ist der SUB Tower. Auf der obersten Etage ist es normalerweise sehr ruhig. Man hat einen schönen 360 ° Blick auf die Stadt und an sonnigen Tagen eine sehr gute Möglichkeit zum Sonnenbaden.

-Marko Markovic, Postdoc @UMG

 


Foto: Julia Uraji

„Ich treffe mich gerne mit Freunden um Brettspiele zu spielen.“

 

– Timo Dreyer, Particle Physicist / Timo Dreyer, Teilchen Physiker

 


Foto: Matthis Drolet

„Nach einem langen Tag im Labor und im Büro, muss ich mich unbedingt bewegen. Ich bin schon früher gerne gelaufen und einmal bei einem Marathon mitzulaufen hatte immer einen gewissen Reiz für mich. Als ich für meine Promotion nach Göttingen gekommen bin hab ich gesagt: Jetzt oder nie! Im Mai 2016 bin ich dann in Regensburg zum ersten mal die 42,195km gelaufen. Das sollte etwas einmaliges bleiben, aber irgendwie hatte mich das Lauffieber gepackt. Jetzt bereite ich mich auf meinen vierten Marathon in Rotterdam vor!“

-Benedict Wild, Doktorand, Abteilung Kognitive Neurowissenschaften, Deutsches Primatenzentrum

 


Foto: Julia Uraji

„Ich denke, die Metal Musik ist eine universelle Sprache, wie Wissenschaft auch. Ich komme aus Australien, aber Leute, die Metal mögen, sind durch eine gemeinsame Leidenschaft verbunden. Egal wo ich bin auf der Welt – wenn ich jemanden mit dem T-Shirt oder Patch einer meiner Lieblingsbands sehe, kann ich einfach sagen: „Hey, ich mag sie auch! Lass uns abhängen.“ Meiner Erfahrung nach sprechen Metallheads normalerweise gerne über Musik, sogar mit jemandem, den sie nie getroffen haben. Ich denke, dass die Wissenschaft ähnliche Elemente hat – man kann zu einer Konferenz voller internationaler Menschen gehen, und man hat trotzdem eine Verbindung durch ein gemeinsames Thema, eine Leidenschaft, über die man in einer gemeinsamen Sprache sprechen kann. Die Wissenschaft kann dein ganzes Leben übernehmen, und das gleiche gilt für mich mit Metal. Während Metallheads für andere Menschen gruselig oder unheimlich aussehen, finde ich, dass wir in Wahrheit sehr offen sind – und die meisten von uns nehmen uns selbst nicht so ernst.“

– Dr James Daniel, Gruppe Molekulare Neurobiologie, Max-Planck Institut für Experimentelle Medizin

 


Foto: Marina Sinner

„Pferde sind mein größtes Hobby. Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit auch den Tieren im Versuch gegenüber respekt- und verantwortungsvoll zu forschen. Wissenschaft und Tierliebe schließen sich nicht aus.“

 

– Marina Sinner, Wissenschaftlerin Arbeitsgruppe Schlaf & Wachsein, MPI für Biophysikalische Chemie

 


Foto: Marie Niederleithinger

„Marteniza ist eine alte bulgarische Tradition. Das Weiß steht für Reinheit; Rot für Gesundheit, für rote Wangen. Man schenkt sie sich gegenseitig am ersten März als Symbol für den kommenden Frühling; dafür, dass sie Natur erwacht. An dem Tag trägst du alle Martenizis, die du bekommen hast. Als ich ein Teenager war, hatte ich bis zu 30. Das waren dann nicht nur Armbänder, sondern auch Ketten und Broschen. Broschen sind die klassische Form: Sie zeigen eine Frau, „Penda“, und einen Mann, „Pijo“. Man trägt sie, bis man einen Storch sieht – was einem in der Stadt nicht so einfach passiert – oder einen blühenden Baum. Dann hängt man sie an einen Ast. Meine Kollegen bekommen jedes Jahr welche von mir. Man kann sie selber basteln, aber: Basteln ist nicht mein Hobby. Freunde und Familie aus Bulgarien schicken sie mir zu.“

– Blagovesta Popova, Postdoc in „Molekularer Mikrobiologie und Genetik“

 


Foto: Julia Uraji

„Gelegentlich bin ich ein Flaneur. Ich liebe es durch die Stadt zu schlendern, um sie in all ihrer Sinnlichkeit zu erleben. “

 

– Dr. Deniz Kilincoglu, Das Göttinger Institut für Höhere Studien (Lichtenberg-Kolleg)

 


Foto: Julia Uraji

„Ich habe im Lauf meines akademischen Lebens in sechs Ländern auf vier Kontinenten studiert und geforscht. Wissenschaft kennt keine Grenzen. Wenn mein Lebensgefährte als Freiberufler nicht ebenso mobil wäre wie ich, oder wir Kinder hätten, wäre das deutlich schwieriger. Ich bin glücklich, dass mein Partner mit mir umziehen kann!“

-Prof. Dr. Tanja Baudson (Universität Luxemburg), Initiatorin des March for Science Deutschland und „Hochschullehrerin des Jahres“ 2017

 


Foto: Marie Niederleithinger

„Etwas wird mir immer wichtiger und geht dabei fast schon ins Meditative: Im Sommer nehme ich mir am Abend die Sense, mähe einen Streifen und füttere unsere drei Pferde mit dem Gras. Wir leben auf einem kleinen Hof. Wenn ich so vor mich hin mähe, fliegen Schmetterlinge aus der Wiese und ich sehe Spinnen darin rumkrabbeln. Da es immer nur ein schmaler Streifen ist, den ich mähe, können sie von hier nach da, wenn sie wieder ins hohe Gras wollen. In der Abendstimmung fliegen meistens viele Mücken auf und das lockt sofort die Schwalben an. Dieses Schauspiel holt mich total runter und macht mich irgendwie glücklich. Natürlich ist das ein Idyll, das weder mit der industrialisierten Landwirtschaft von heute noch mit den Entbehrungen dieser Arbeit von früher etwas zu tun hat. Und dennoch: Ich kann mich daran erfreuen und fühle mich geerdet. Die Tätigkeit des Mähens hat so etwas Ursprüngliches: Man spürt den Körper, schwitzt, strengt sich an, schafft etwas und gleichzeitig gehen die Gedanken spazieren. Das ist nicht so ein Fitnessstudiofeeling, sondern irgendwie vollständiger.“

– Christian Ammer, Professor für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen